Klimatisierte Bushaltestellen und selbstfahrende U-Bahnen – unser erster Tag in Dubai

Posted on

Gummi-Chicken á la Dubai

In Dubai angekommen sind wir erstmal am Verhungern. Wir müssen dringend etwas essen und finden ein chinesisches Restaurant. Das ist ganz lustig, denn man bestellt sich seine Sachen und kann sich die dann auf der tischeigenen Kochplatte selbst zubereiten. Oder kann Sachen dort weiter köcheln lassen. Da wir aber gerade noch wenig experimentierfreudig sind, haben wir nur ein paar kleine Fleisch-Spieße bestellt, mit denen man gar nichts mehr machen muss. Außerdem wollten wir auch nicht so viel Zeit mit dem Essen verplempern, sondern gleich die Stadt erkunden.

Essstäbchen und Kochplatte

Ich weiß nicht mehr, was genau ich da bestellt hatte, aber die eine Sorte Spieße schmeckte nach gar nichts, hatte dafür aber die Konsistenz eines Fahrradreifens. Als kaute man auf Gummi herum. Man konnte es gar nicht essen, weil man nur mit den Zähnen darauf herumqietschte, es aber nicht zu zerkleinern war.

Moderne trifft auf Tradition

Anschließend ging es aber dann los. Wie erkundet man denn so eine neue Stadt? Wir, indem wir einfach drauf los gehen. Wir kamen zum Dubai Creek, der durch die Stadt fließt. Mitten zwischen unzähligen, modernsten Wolkenkratzern fahren hier motorisierte Holzboote als Wassertaxi von einem zum anderen Ufer und bringen die Leute rüber. Sieht richtig un-modern aus, hilft aber wenigstens, etwas arabisches Flair zur Stadt beizutragen.

Hohe Häuser und Schiffe im Delfin-Style
Holztaxi
Gegenüberliegendes Ufer

Das Flair wird aber dann eh wieder gestört durch unzählige in Pappkartons verpackte Kühlschränke, Klimaanlagen und sonstige Elektrogeräte, die am Hafen auf ihre Abholung warten. Angst vor Diebstahl hat man hier scheinbar nicht, denn die Sachen stehen offen zugänglich ohne jegliche Überwachung dort herum. Aber mal eben nen Kühlschrank unter den Arm klemmen ist dann wiederum ja auch eher schwer.

Kühlschrank-Lager

Am Eingang zu einem Souk, einem traditionellem Markt mit Gold, Gewürzen, Stoffen und mehr, liefen wir einfach dran vorbei. Warum wir dort nicht reingingen, fragen wir uns bis heute. Wir schlenderten stattdessen weiter durch die Stadt. Schneller gehen ist bei der Hitze eh schwierig. Wir machen eine kurze Pause in einer Bushaltestelle, denn diese sind klimatisiert. Eine tolle Erfindung. Auch die U-Bahnen und -Stationen sind klimatisiert.

Klimatisierte Bushaltestelle
In der U-Bahn

Besonders auffallend: die Sauberkeit

Die U-Bahnen sind außerdem auch topmodern: neben fahrerlosen Bahnen ist es an den Stationen nicht möglich, auf die Gleise zu fallen. Am Rand der Plattform gibt’s eine große Fensterfront, wenn die Bahn einfährt, öffnen sich Glastüren, um in die Bahn einzusteigen. Die Stationen sehen außerdem aus wie geleckt. Kein Fitzelchen Müll liegt herum, es gibt keine Kaugummiflecken auf dem Boden, alles ist hell und freundlich. Das gleiche auch überirdisch: in der Mitte einer Straße ist ein kleiner Park angelegt worden, mit Palmen, Wiese und einem Weg. Auch hier könnte man wohl vom Boden essen, so sauber ist es.

U-Bahn-Bahnsteig in Dubai
Treppe in der U-Bahn-Station
Bahnhofshalle der Haltestelle
Park in der Mitte der Straße

Statt vom Boden esse ich dann aber etwas bei McDonalds. Aufschrei! Man kann doch im Urlaub nicht bei Mäcces essen! Nö, kann man auch nicht, aber auf der Straße wurde ein Burger beworben, den es in Deutschland nicht gibt und der sehr lecker aussah. Der McAloo Tikki. Klingt doch schon lecker. Leider war dem nicht so. Es war ein staubtrockener Gemüseburger, der nur nach drögem Gemüse schmeckte. Blöd.

McDonalds-Fail

Von Salat und Rebellen in der U-Bahn

Wir haben uns mittlerweile mit dem Dubai’schen U-Bahn-Netz und deren Tickets vertraut gemacht. Haben uns eine aufladbade Karte gekauft und günstige Tagestickets erworben. Auch wenn der Spaziergang durch die Stadt ganz nett war, um einen ersten Eindruck zu bekommen, ist man mit der U-Bahn (die eigentlich gar nicht so viel „U“ fährt) doch viel schneller und kommt auch weiter. Für uns Europäer klingen viele Stationen lustig. So müssen wir zB oft in eine Bahn in Richtung „Etisalat“ fahren und die Station „Jebel Ali“ heißt bei uns bald „Rebell Ali“. Netterweise sind hier alle wichtigen Schilder neben der arabischen Schrift auch in lateinischer Schrift geschrieben, sodass wir nicht verloren gehen können.

Einmal Salat, bitte.
Arabisch und Lateinisch

Wir spazieren nach ein bisschen U-Bahn-Fahren wieder etwas herum und landen schließlich in einer Einkaufs-Mall. Auf dem Weg sehen wir überall den Luxus, den die ganze Stadt ausstrahlt. Hochhäuser sind hier nicht einfach dicke Betonklötze oder riesige Glaskästen. Sie sind verschnörkelt oder verdreht, haben kleine bis übergroße Verzierungen, manche haben Kunstwerke davor stehen. Kein Haus gleicht hier dem anderen.

Verkehrskreisel
Haus mit Kugel – sieht aus wie ein Golf-Ball
Yacht

Luxus auch im Einkaufszentrum

Wir spazieren nach ein bisschen U-Bahn-Fahren wieder etwas herum und landen schließlich in einer Einkaufs-Mall. Und was für eine. Es gibt unzählige Geschäften, darunter auch sehr viele westliche wie zB ein riesiger Hello Kitty-Shop, eine Cheesecake Factory oder ein Hershey’s Schokoladen-Laden. Doch hier gibt es auch ein Kino, ein riesiges Aquarium sowie eine Eislaufbahn. Jap, mitten in der Wüste, mitten im Einkaufszentrum kann man Schlittschuhlaufen gehen. Wir hatten dies erst gar nicht gesehen. Wir waren den Schildern in Richtung Food Court gefolgt und haben uns beim Essen gewundert, was denn da für ein Lärm am „Abgrund“ am Rande des Restaurant ist. Nach dem Essen guckten wir dann mal nach unten und sahen die Schlittschuhbahn mit Musik und Lightshow.

Zweisprachiger Wegweiser
Riesiges Aquarium mit Haien, Rochen und vielen Fischen
Hello Kitty-Shop
Schlittschuhlaufen in der Wüste

Als wir die Mall verließen, waren viele Geschäfte bereits geschlossen. Und wir waren mal wieder überrascht über die Sorglosigkeit der Verkäufer. Hier standen keine schweren Kühlschränke herum, sondern hier gab es zB ein Kamera-Geschäft. Darin hochwertige Fotoapparate und sogar Fernsehkameras. Die lassen sich etwas leichter stehlen als so ein Kühlschrank. Das Geschäft hatte keine Wand nach vorne, keine verschließbare Glastür oder ähnliches. Was macht man also, wenn man sein Geschäft schließt? Man stellt in den Durchgang zwischen zwei Verkaufstheken einen Mülleimer und ein Stativ auf, sodass man nicht reingehen kann. Das war’s! Klar sind hier überall Überwachungskameras, doch das wird wohl einen Dieb kaum davon abhalten, Kameras im Wert von mehreren Tausend Euros zu stehlen. Scheinbar macht das hier wohl niemand.

Abgeschlossen. Mit Mülleimer und Stativ.

Wir fuhren mit der U-Bahn zurück zum Hotel. Unsere Schlüsselkarte funktionierte nicht, doch an der Rezeption wurde uns schnell geholfen. Wir bekamen eine neue und konnten schlafen gehen, um für den nächsten Tag ausgeschlafen zu sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.