Anreise nach London – Orlando Bloom im Theater (Killer Joe)

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(Unbezahlte „Werbung“ durch persönliche Empfehlung)

 

Der Plan: ziemlich Peter Jackson-Filme-lastig

Ein Kurzurlaub stand an, dieses Mal nicht mit dem Alex(ander), sondern mit der Alex(andra). Wir wollten für knapp 4 Tage nach London, an 3 Tagen davon abends ins Theater. Voller Kulturschock.

Zugegebenermaßen waren wir aber nur auf die Theaterstücke gestoßen, da in den Hauptrollen Schauspieler waren, die wir eher aus anderen Filmen kannten. So war der Plan also:

  • „Killer Joe“ im Trafalgar Studio 1, mit Orlando Bloom (Legolas aus Herr der Ringe, Will Turner aus Fluch der Karibik)
  • „King Lear“ im Duke of York‘s Theatre, mit Sir Ian McKellen (Gandalf aus Herr der Ringe)
  • “The Lieutenant of Inishmore” im Noel Coward Theatre, mit Aidan Turner, Kili aus dem Hobbit)

Außerdem wollten wir die Harry Potter-Studios besuchen. Dort war ich zwar schonmal, aber Alex nicht, also kam ich nochmal mit. Ist ja auch ziemlich cool dort und manche Ausstellungsteile ändern sich oder es kommen neue hinzu. War also nicht ganz unfreiwillig 😉

Nach ein bisschen hin und her hatten wir Termine gefunden, an denen wir beide Zeit hatten, an denen es Aufführungen gab und an denen es noch Tickets gab. War gar nicht so leicht. Die Flüge waren dann schnell gebucht, Alex würde von München aus anreisen, ich von Frankfurt. Sie kümmerte sich außerdem um ein Hotel, das wir sogar in Gehweite zu all den Theatern fanden.

Unspektakulär: Anfahrt zum Flughafen

Am 1. August ging’s dann los. Um 7:30 aufgestanden (weil der Alex da zur Arbeit musste), etwa ne Stunde später saß ich im Zug zum Flughafen. Dort hatte ich noch etwa 3 Stunden bis zum Flug. Viel zu früh war ich also, aber so konnte ich mit Alex zusammen aus dem Haus gehen und konnte sämtliche Schlüssel zu Hause lassen. Eine Sache weniger, die man verlieren kann.

Ausblick aus der Bahn

Frühstück und kaputter Strom

Ich kaufte mir am Flughafen einen Milchreis mit roter Grütze und setzte mich in so eine Art Garten-Sitzecke. Die ist aber auch noch nicht ganz so alt. Ich erinnere mich daran, dass dort mal sehr viele Ledersitze herumstanden. Jetzt sieht es viel gemütlicher aus, da viele Pflanzen und die hellen Bänke es etwas einladender aussehen lassen. Aber: die Ledersitze waren doch etwas gemütlicher zum Sitzen. Egal, dafür haben die weißen Bänke Steckdosen und USB-Buchsen. Mein Handy-Akku geht langsam zur Neige, drum setze ich mich mit meinem Milchreis hin und lade. Oder auch nicht. Die Steckdose geht nicht. Die USB-Buchse auch nicht. Mist. Ich gehe an einen anderen Platz. Auch nichts. Gehen die alle nicht? Ich esse erstmal meinen Milchreis. Dann checke ich am Automaten ein: Reisepass scannen, Boardkarte ausgedruckt bekommen. Da ich nur Handgepäck dabei hatte, musste ich nicht noch irgendwo meinen Koffer wegbringen. Cool aber: ich konnte mir einen der verbliebenen (sprich nicht vorher reservierten) Sitzplätze aussuchen, ohne dafür zahlen zu müssen. Drum wählte ich mir einen Fensterplatz aus. Dann ging ich nochmal zur Garten-Sitzecke und probierte eine weitere Steckdose aus – nö. Dann halt nicht.

Garten-Sitzecke

Schlangen im Flughafen

Also gehe ich schonmal zum Sicherheitscheck. Ich packe mein Handgepäck schon immer so, dass der Elekro-Kram und Flüssigkeiten oben liegen. So ist das mit einem Griff raus aus dem Koffer in ner Extra-Schale zum durchleuchten. Ich bin immer genervt, wenn Leute am Laufband noch ihren halben Koffer umräumen müssen, drum versuche ich immer, nicht auch einer dieser Leute zu werden. Um zu meinem Gate zu kommen, muss ich durch die Passkontrolle. Und da steht eine meeeega-lange Schlange. Natürlich hab ich bis jetzt getrödelt, weil ich die Schlange nicht erwartet hatte (und auch gar nicht bedacht hatte, dass es noch ne Passkontrolle gibt). Mit der Schlange würd’s aber ganz schön knapp werden. Doch noch bevor ich mich anstelle, sehe ich die elektronische Passkontrolle, an der gar nicht so viele Leute stehen. Die stehen alle an den Häuschen, in denen Menschen sitzen und den Pass angucken. Mit meinem EU-Pass darf ich aber die elektronische Kontrolle nutzen und bin nach 5-10 Minuten auch schon vorne. Pass auf’s Feld legen, beim Scannen zugucken, reingehen (Koffer weit genug nachziehen, damit der die Türchen nicht blockiert … upps), in die Kamera gucken und fertig. Das ging dann doch schnell.

Info-Tafel am Flughafen

Am Gate ist noch nicht viel los. Ich stelle mich neben eine Säule in der Nähe des Boarding-Eingangs. Eigentlich ists mir immer egal, wann ich boarde, mein Platz ist ja eh für mich reserviert. Doch da ich jetzt nicht nur wie sonst einen Rucksack dabei hatte, sondern meinen Handgepäckskoffer, wollte ich doch lieber etwas früher einsteigen, damit der Koffer noch einen Platz über meinem Sitzplatz findet. Mit „größeren“ Gepäckstücken (eben alles was größer ist als n Rucksack oder ne Tasche) wird es dann doch bei vielen Leuten irgendwann eng und der eigene Koffer landet sonstwo. Ist eigentlich auch egal, ankommen tut er sowieso, aber da ich evtl nochmal an den Koffer dran wollte, wollte ich nicht wegen Kleinigkeiten noch so weit im Flugzeug rumlaufen. Lange Rede kurzer Sinn: ich stand so nah am Boarding-Eingang, um dann auch früh einsteigen zu können.

Die ersten werden die letzten sein

Irgendwann kam die Durchsage, dass man jetzt mit dem Boarding für die Business Class beginne. Ich wollte daher schonmal in die Nähe gehen, um beim Economy-Aufruf dann gleich hingehen zu können. Ich ging von meiner Säule weg, an der ich da stand, und stellte fest: ALLE Leute hatten sich beim Business Class-Aufruf schon in eine laaaaange Schlange am Eingang aufgereiht. Na das hatte ich ja ganz klasse vorbereitet, meine Vorne-Steh-Nummer. Ich stellte mich also ans Ende der Schlange und wartete. Eigentlich hätte ich mich auch ganz gemütlich wieder hinsetzen können und warten, bis die Schlange kurz war. Aber scheinbar hatte ich da schon einen Anflug von british-lifestyle, die Engländer lieben Schlange stehen ja noch mehr als die Deutschen. Zumindest können sie es auch besser.

Am Ende der Schlange

Schließlich war ich im Flugzeug und es war sogar noch genug Platz über meinem Sitzplatz. Koffer verstaut und den Mann auf dem Gangplatz gebeten, mich reinzulassen. Platz am Fenster, Mittelplatz frei, super. „Ladies and gentlemen, we are tight booked“, bitte möglichst auch Gepäck unter den Vordersitz packen. Na das war’s dann wohl doch mit dem freien Mittelplatz. Oder? Gott sei Dank nicht, der blieb frei, so hatte man schön Platz. Am Frankfurter Flughafen ist heute scheinbar besonders viel los, es gibt keine Starterlaubnis. Drum fliegen wir mit etwas Verspätung los.

Warten im Flugzeug
Start in Frankfurt
Deutschland von oben

Der Flug: viele Wolken und Harry Potter

Der Himmel ist klar und man hat eine echt tolle Sicht. Ich mache während des Flugs gefühlt 150 Fotos aus dem Fenster. Gott sei Dank gibt’s Digitalkameras, das wär sonst teuer geworden, allein 5 Filme nur für die Anreise zu verballern 😉

Land | Wasser
Strand
Über dem Ärmelkanal – unten sind Schiffe
Schiffe auf dem Ärmelkanal

Zwischendurch gibt’s ein Sandwich („Chicken or Cheese?“) und die halbe Zeit kreischen irgendwelche Mädels ein paar Reihen hinter mir herum. Entweder weil’s ein Luftloch gab oder weil wir beim um-die-Kurve-fliegen in Schräglage sind oder weil’s ein bisschen wackelt. Ansonsten ist deren Gesprächsthema Harry Potter (in gleicher Lautstärke wie das Geschrei). Die gehen wohl auch zu den Potter-Studios. Teils haben sie normale Gespräche darüber, teils ganz aufgeregte wie „Stell dir mal vor, dein Freund würd dir eines Tages sagen, er ist Zauberer! Wie würdest du dann reagieren?“ Oh man. Doch irgendwann landen wir dann endlich. Die Alex ist schon da, da sie keine Verspätung hatte. Koffer hatten wir beide keinen, also konnten wir den Flughafen schnell verlassen.

Flügel
Über England
Wie in Deutschland auch gibt’s hier viele gelbe, vertrocknete Felder
Fensterblick
Londoner Vorort von oben
Landeanflug
Ein Stadion von oben
Etwas verbrannte Erde am Londoner Flughafen Heathrow
Landung. Ein Flugzeug von Air New Zealand steht dort rum. Damit würde ich ja auch gern mal fliegen.

Zum Hotel – mit Zug oder Uber oder Taxi? 

Ich hatte vorher gegooglet, wie man am besten vom Flughafen zu unserem Hotel kommt. Beim letzten Mal war ich mit dem Heathrow Express gefahren, der hatte pro Person 20£ gekostet. Per uber-App sollte es (für egal wieviele Personen) zwischen 36 und 45£ kosten, ein Taxi 45-55£. Wir entschieden uns für’s Taxi. Das mussten wir nicht bestellen und es würde uns direkt bis vor die Tür des Hotels fahren. Jooaaa… wer auch immer diesen Taxi-Preis berechnet hat: er stimmt hinten und vorne nicht. Inklusive Trinkgeld waren wir 85£ los. Upps. Aber gut, dafür sind wir ne Stunde im gemütlichen, englischen Taxi gesessen, mit Beinfreiheit ohne Ende und mit Klimaanlage.

Im Taxi zum Hotel
Beinfreiheit

Am Hotel, citadines hieß es, angekommen konnten wir noch nicht einchecken. „Erst ab 15 Uhr“, es war 14:30 Uhr. Also kauften wir uns eine kalte Cola (und ich nen Schokoriegel) im Hotel-Shop und warteten ab. Schließlich bezogen wir unser Zimmer im vierten Stock: nicht zu klein, sauber, mit einer kleinen Küche. Alles in Ordnung.

Hotel citadines
Prinz Edward hat hier vor vielen Jahren den Grundstein gelegt
Warten im Foyer
Hotelzimmer: unsere Betten
Hotelzimmer: unsere Küche
Hotelzimmer: unser Bad
Hotelzimmer: unser Fenster-Ausblick

The Baconator! 

Wir gingen eine Runde die Umgebung um unser Hotel erkunden. Es sind nur wenige Minuten zu Fuß bis zur Themse, auf der anderen Uferseite steht das London Eye, das große Riesenrad. Wir gehen über die Brücke und finden eine Art Street Festival, mit verschiedenen Essensständen und einem Veranstaltungsbereich. Wir essen etwas bei „Oh my dog“, Alex isst eine Pommes und ich ein Hot Dog namens „Baconator“. Das Teil ist riesig, eine Herausforderung es ohne Sauerei zu essen. Dafür schmeckt’s aber sehr gut.

Schönes Haus in der Nähe unseres Hotels
Und noch ein schönes Haus
Coca Cola London Eye – hinterm Baum
Over the bridge
Blick von der Brücke zum Eye
London Eye
Festival von oben
Hot Dog-Auswahl
Pommes mit Cola
The Baconator! Lecker 🙂
Oh my Dog 🙂

Wir gehen weiter – meinen Plan, gebrannte Mandeln oder Zuckerwatte zu kaufen, gebe ich auf. Ich platze fast, vom Hot Dog. Alex gönnt sich ein aber noch ein kleines Eis und wir gehen am London Eye vorbei. Die Schlange dort ist ewig lang. Im Zickzack schlängelt sie sich vor dem Riesenrad entlang. Doch auf der anderen Seite des Fußweges geht sie weiter – eine Mitarbeiterin schickt immer mal wieder Leute aus der einen in die nächste Schlange (damit die Schlange nicht einmal quer über den Gehweg geht). Wer da heute hoch möchte, muss lange warten. Oder sich ein Priority Ticket holen.

Das ist mir zu hoch 😀
Über diese Brücke waren wir gekommen
London Eye
Im Auge des Auges
Am Auge vorbei

Dudelsack, Big Ben und Theater-Tür

Am Ufer der Themse gehen wir weiter bis zur nächsten Brücke, über die wir zu „unserem“ Ufer zurückkehren. Auf der Brücke spielt ein Mann in Schottenrock Dudelsack. Als ich zuletzt in London war (März 2016) war der auch schon da. Ob der immer da ist? Vielleicht. Wir kommen zum Big Ben bzw zum Elizabeth Tower, in dem der Big Ben hängt. Der ist von oben bis unten eingerüstet und wird wohl saniert.

Schöne Häuser auf der anderen Seite. Links abgeschnitten ist übrigens der eingerüstete Big Ben. Den fand ich scheinbar nicht sehr fotografierenswürdig 😀
London Eye und die schicke County Hall

Am anderen Ufer entlang gehen wir wieder zurück. Als wir vom Wasser weg in eine Straße einbiegen, kommen wir zufällig an dem Theater vorbei, in das wir später am Abend gehen würden. Wir machen schonmal ein paar Fotos, denn es sieht von außen ganz nett aus.

Typisch: rote Telefonzellen
Bei der Cavalry – heute steht kein Pferd draußen
Trafalgar Square – und links das Theater
Killer Joe im Theater

Dann gehen wir um das Gebäude herum, um zu gucken, wo die Stage Door ist. Wir haben beide null Ahnung, wie das ganze Stage Door-Ding abläuft. Immer wenn ich mal im Theater war (was wirklich sehr selten vorgekommen ist), bin ich danach nach Hause gegangen, nach der Hintertür und irgendwelchen Schauspieler-Autogrammen hab ich da nie gesucht. Hier hatten wir jedoch bei anderen Leuten gesehen, dass sie Selfies mit Orlando Bloom gemacht hatten und es wiederum ganz leicht gewesen war, von Sir Ian McKellen ein Autogramm zu bekommen. Deshalb dachten wir, versuchen wir es auch mal. Wenn es so eine normale Sache ist, an der Stage Door zu warten, wird es von den Schauspielern wohl kaum als Stalker-Gehabe gesehen.

Hier soll die Stage Door sein?

Unscheinbare Hintertür

Auf der Rückseite des Gebäudes war wenig, was auf eine Theatertür hinwies. Eine Art oller Hinterhof, stinknormale Türen, Müllsäcke, ein blaues Rolltor. Und da soll Orlando Bloom Selfies machen? Ich machte ein Foto, um es später am Hotel-Wlan mit dem Bloom-Selfie auf Facebook zu vergleichen. Tatsächlich, das blaue Rolltor war im Hintergrund. Alles klar. Mit dem Wissen ausgestattet konnte es dann ja losgehen. Im Hotel zogen wir uns noch schnell um (was zieht man denn im Theater an? Muss man sich schick machen? Darf man eine kurze Hose anziehen? Oder ist alles ganz egal?) und gingen wieder los. Übrigens mit langer Hose, aber nur weil die Wettervorhersage für halb zehn am Abend etwas kühleres Wetter vorhersagte. Ansonsten aber überhaupt nicht schick, sondern ganz normal mit T-Shirt.

Es geht los! 

Am Theater war noch nicht viel los. Wir holten unsere Tickets ab, kauften uns ein Programmheft und wurden in den Keller geschickt. Dort gab’s eine kleine Bar, an der wir uns Cola und eine winzige Tafel Schokolade kauften.

Verpflegung für’s Theater

Dann ging’s rein. Drinnen durfte man keine Fotos machen, auch nicht vor dem Stück. „You’ll find a lot professional photos online“. Danke, aber ich wollte doch einfach nur für mich machen, so wichtig ists dann auch nicht, dass ich mir online welche suche 😉 Trotzdem hab ich eben gedacht, dass das vielleicht doch nicht so verkehrt ist, hier welche zu posten. Doch von wegen viele professionelle Fotos online… man findet kaum welche. Ich hätte gedacht, dass sich welche auf der Webseite des Theaters finden lassen, doch dies ist die Seite auf der man so ziemlich gar keine Bilder von irgendwas findet. Doch auf der Webseite des Architekten gibt’s ein Bild, auf dem man gut sehen kann, wir das Theater an sich von innen aussieht. Bei unserem Stück gab es diese Plattform in der Mitte allerdings nicht, die Bühnendeko ging bis zu den Sitzen. Wer in der ersten Reihe saß, saß quasi schon auf der Bühne.

Theater von innen // © Foster Wilson Architects

Wir saßen in der dritten Reihe, von der Bühne aus gesehen links, rechts der Treppen. Oder zweite Reihe, die erste steht ja quasi auf der Bühne. Von dort hatten wir eine echt gute Sicht und sahen uns erstmal etwas um. Wir befanden uns scheinbar in einem Wohnzimmer eines kleines, heruntergekommenen Hauses. Rechts stand ein Fernseher, links ein kleiner Tisch. Hinten war eine Küche und Türen in andere Räume, die man nicht sehen konnte. Ganz rechts in der Küche war die Haustür und ein Nachbarhaus wurde angedeutet.Nur kurze Zeit nachdem wir den Raum betreten hatten, wurde das Theaterstück bereits von einer jungen Frau eingeleitet, die etwas verwirrt in der Wohnung herumlief. Sie sah etwas fern und kletterte schließlich mit einer Strickleiter auf das Dach. Es donnerte und blitzte und das Stück begann.

Killer Joe

Das Stück handelte von der Familie Smith, die im Süden der USA lebt. Sohn Chris braucht Geld, da bei seinem Drogenhandel etwas schief gelaufen ist. Er überlegt zusammen mit seinem Vater Ansel die geschiedene Mutter umzubringen, um deren Lebensversicherung zu bekommen. Da sie das nicht selber können, heuern sie Joe Cooper an. Dieser wird von Orlando Bloom gespielt. Er ist ein Polizist, der aber auch Auftrags-Morde begeht. Eigentlich tut er das nur gegen Vorkasse, doch es ist kein Geld vorhanden. Er nimmt aber etwas anderes als Anzahlung: Chris‘ geistig zurückgebliebene Schwester Dottie und ihre Jungfräulichkeit.

Orlando Bloom als Joe Cooper aka Killer Joe // © Marc Brenner, Standard.co.uk

Die Mutter ist umgebracht, doch als Ansel und seine neue Frau Sharla das Geld abholen wollen, stellen sie fest, dass dieses für Rex, den neuen Lebensgefährten der Mutter, bestimmt ist. Nun gibt’s weder Geld für die Drogen, noch um Joe zu bezahlen. Außerdem kommt raus, dass Rex die Idee des Mutter-Mordes in Chris‘ Kopf gebracht hat – um das Geld zu erhalten. Und dann fliegt auch noch auf, dass Sharla eine Affäre mit Rex hat und ebenfalls ganz schön ihre Finger im Spiel hat.

Vater Ansel, Sohn Chris und seine Schwester Dottie // © Marc Brenner, Standard.co.uk

Chris will mit Dottie nach Südamerika abhauen, Dottie hingegen will Joe aber nochmal sehen. Beim Zusammentreffen aller taucht dann eine Waffe auf, es gibt Gerangel und Geschrei, am Ende gibt’s Tote und ein offenes Ende (ich spoilere hier mal nichts).

Killer Joe // © Marc Brenner, Standard.co.uk

Das Theaterstück ist sehr spannend. Die jungen Theatergäste neben uns (scheinbar Studenten) gehen richtig mit – mit „woooow“ und „ooooh“ und „nooo!“ . So haben wir noch etwas Neben-Unterhaltung. Ansonsten gibt‘s super Effekte, die uns mehrmals zusammenzucken lassen. Jugendfrei ist das Stück nicht: es wird sich viel angebrüllt, es fallen viele Schimpfworte und sowohl Sharla als auch Dottie sind nackt zu sehen. Orlando Bloom gibt’s nackt nur von hinten zu sehen. Der spielt ansonsten mit einem sehr starken Südstaaten-Akzent, der mal so gar nicht zu ihm passt, wenn man andere Filme mit ihm kennt oder weiß, wie er normalerweise spricht. Manchmal bringt einen das fast ein wenig aus dem Stück raus, aber das ist auch das einzige, was es zu „bemängeln“ gibt.

Adam Gillen – top! 

Adam Gillen, der Schauspieler von Chris Smith, begeistert uns am meisten. Er spielt wahnsinnig überzeugend, wie verzweifelt er immer wieder ist. Er erinnert mich zwischendurch immer mal wieder an Rick Moranis, auch wenn die beiden wohl das komplette Gegenteil voneinander sind, in dieser Rolle. Doch der spricht, vor allem in Ghostbusters 2, sehr oft ohne Punkt und Komma und ohne dabei die Stimmlage zu verändern. Auch die Szene vor Gericht, wo er sich von Bill Murray aka Venkman alles vorsagen lässt, ganz leicht ähnlich gibt’s auch so eine Szene bei Killer Joe. Ganz toll auf jeden Fall.

Zur Stage Door

Als das Stück zu Ende ist, gehen wir raus, ums Haus. Dort stehen schon halbhohe Gitter, hinter denen schon eine Handvoll Fans steht und wartet. Wir stellen uns dazu. Zunächst kommt Neve McIntosh, die Schauspielerin von Sharla. Sie bekommt einen kleinen Applaus und die Leute beginnen, um Autogramme zu bitten. Na da machen wir doch mal mit. Wir hatten vorher eine Weile herum-überlegt, wohin wir unterschreiben lassen. Es gab vom Theater nur eine Regel: Autogramme nur auf Killer Joe-bezogene Sachen wie Tickets oder Programmhefte. Okay. Ich will mein Autogramm später in mein Autogrammbuch kleben (blanko auf ne weiße Seite unterschreiben geht sicher auch dann nicht, wenn nebendran das Ticket klebt). Das Buch war schon fast ein wenig eingestaubt, so wenig habe ich es in den letzten Jahren genutzt. Doch hierfür war es doch perfekt. Ich entschied mich schließlich für die halbe Mittelseite des Programmheftes. Dort hätte ich dann einen halbierten Orlando-Kopf sowie die Darstellernamen.

Neve McIntosh mit Fans

Neve ist sehr nett, spricht mit allen ein paar Worte und freut sich aufrichtig, wenn ihr jemand sagt, wie gut sie gespielt hat. Einen Autogramm-Stift jedoch hat sie nicht dabei. Ich leihe ihr meinen (kurz vorher im Tesco-Supermarkt um die Ecke gekauften) Sharpie-Stift. Sie fängt am türnäheren Ende der Absperrung an und schreibt sich bis zu mir vor. Dann bekomme ich den Stift dankend zurück, die nächsten Leute haben ihre eigenen Stifte dabei.

Orlando Bloom im Blümchenhemd

Nach ein wenig Warten kommt Orlando Bloom raus. Er hat ein Hawaiihemd an und sagt, dass er heute keine Selfies macht, weil er müde und heiser ist. Wir sollen uns einfach umdrehen und Selfies machen, wenn er vorbei läuft, dann haben wir ihn ja auch im Hintergrund. *lach* 1. das sieht ja auch gar nicht blöd aus und 2. Ist es bis auf eine Lampe stockfinster an der Tür, die normalen Fotos strotzen ja schon alle vor Bewegungsunschärfe.

Orlando Bloom – bewegt sich zu schnell

Aber macht nichts, jeder darf mal einen schlechten Tag haben und immerhin gibt er allen Leuten ein Autogramm. Das besteht zwar nur aus „OB“, aber macht ja nichts. Die Google-Bildersuche sagt uns später, dass das seine Standard-Unterschrift ist. Obwohl sein Auto samt Fahrer schon wartet, geht er wieder ins Theater rein.

Orlando schreibt Autogramme
Autogramme von Neve und Orlando

Hoher Elben-Besuch

Alex steht ziemlich frontal zur Tür, die eine Glasscheibe hat. „Da kommt Liv Tyler.“ sagt sie ein wenig überrascht. Tatsächlich. Liv Tyler (aka Arwen aus Herr der Ringe) kommt aus der Tür. Die anderen Leute erkennen sie auch, ein leises, verzaubertes „haaaa“ erklingt wie im Chor. Ein wenig so, wie wenn die Beauxbatons beim Trimagischen Turnier im vierten Harry Potter-Film reinkommen. Hab mal bei Youtube den Ausschnitt gesucht. Vielleicht nicht ganz so seufzend, aber es kommt dem schon nahe:

Liv lächelt ein wenig schüchtern, aber freundlich in all die Gesichter, die die ganze Zeit auf die Tür fixiert sind. Niemand spricht sie an. Wohl einerseits aus Höflichkeit, andererseits, weil alle wie in Trance sind und Liv anstrahlen. Und dann war sie auch schon weg, im Auto verschwunden. Ein asiatisches Mädel hinter uns erzählt, dass sie ein Foto mit Liv gemacht hat. Liv saß wohl im Theater vor ihr und in der Pause hat sie sie erkannt und um ein Foto gebeten. Die anderen Schauspieler kommen nicht raus. Wir hätten ja noch gern die anderen gehabt, besonders Adam aka Chris und den Schauspieler des Vaters Ansel. Er heißt Steffan Rhodri und könnte dem ein oder anderem auch aus dem siebten Harry Potter-Film bekannt sein. Da war er nämlich Reg Cattermore, in den Ron sich verwandelt, um sich ins Zaubereiministerium reinmogeln zu können.

Schöner Bogen in der Nähe der Stage Door

Wir gingen ins nahegelegene „Franky & Benny“, in dem es italienisches Essen gab. Die machten bald zu, doch wir bekamen noch etwas. Carbonara-Nudeln für Alex, Käse-Makkaroni für mich. Lecker! Ins Hotel brauchten wir dann auch nur noch 2 Minuten zu Fuß, das hatte wirklich eine Top-Lage!

Ein neuer Plan

Während wir ins Bett gingen, beschlossen wir, am nächsten Tag nach der Nachmittags-Vorstellung nochmal zu Orlandos Theater zu gehen, um es nochmal mit einem Selfie zu probieren. Außerdem würde es dann ja auch hell sein, da klappen auch die normalen Fotos besser.

Von den nächsten Tagen mit den anderen Theater-Besuchen und den Potter-Studios schreibe ich in den nächsten Berichten, aber ich erzähle euch noch von unseren weiteren Selfie-Versuchen 😉 Falls irgendwer jetzt auch ins Theater gehen möchte: am Ende dieses Beitrags erzähle ich, wo es Tickets gibt.

Zunächst einmal fanden wir am nächsten Morgen ein Bild von Orlando Bloom und Liv Tyler. Die beiden haben sich wohl am Abend noch über vergangene Zeiten unterhalten, über ihre gemeinsame Zeit als Elben. Wahrscheinlich hatte Orlando auch deshalb nicht so viel Zeit für uns, weil er sich mehr Zeit für sie nehmen wollte.

Nur ein Paar Elben – und ein Welpe (© Orlando Blooms Instagram)

Austausch unter Fans

Am Theater warteten wir kurz, dann kam Orlando raus. Er machte wieder keine Fotos, unterhielt sich hier und da mal nen Satz mit nem besonders schick gemachten Mädel, dann war er wieder weg. Immerhin ein paar Fotos im Hellen konnten wir machen, nix mehr mit Bewegungsunschärfe wie gestern.

Orlando Bloom – mit Stift bewaffnet
Orlando Bloom. Unter dem Schlangen-Tattoo sieht man noch die elbische Zahl 9 durchschimmern, die sich alle Gefährten-Schauspieler tätowieren ließen (bis auf Gimli – der schickte seinen Stuntdouble) – die Schlange ist wohl nur für das Stück, damit es keinen Elben-Touch bekommt 😀

Wir hofften aber noch auf Adam und/oder Steffan, die noch neben Orlando und Neve auf unserer Programm-Seite unterschreiben könnten. Am Abend meinte der Securitymann, dass die beiden wahrscheinlich vorne rausgegangen seien. Jetzt am Nachmittag stand eine Frau mit ihrem Sohn neben uns, die wohl schon etwas erfahrener mit Autogrammen waren, sie standen bereits zum vierten Mal hier an. Irgendwann kam eine etwas ältere Frau aus der Tür und ein paar Leute machten Fotos und holten sich ein Autogramm von ihr. Wir fragten die Frau neben uns, wer das denn sei, aber sie wusste es nicht. Ihr Sohn (so etwa 16 Jahre alt) holte sich auch ein Autogramm, dazu hatte er einen großen Stapel weiße DIN A6-Zettel dabei. Als er zurückkam, fragte Alex ihn, wer das denn war. Die Antwort, die sie bekam: „I don’t know.“ Achso. Aber mal n Autogramm holen, irgendwer berühmtes wird’s schon sein? Hm. Alles, was wir über die Frau wissen ist, dass sie Linda hieß.

Vorderausgang als Hinterausgang nutzen

Die Frau neben uns erzählte uns, dass Adam sehr schüchtern sei und das nicht so super findet, sich in der Mitte des Autogramm- und Foto-Rummels zu befinden. Daher gehe er immer vorne raus. Auch irgendwie witzig, dass die Leute durch den Haupteingang rausgehen, um nicht angesprochen zu werden, weil der Hintereingang, der wohl eigentlich mal dafür gedacht war, so belagert war. Naja, und der Steffan dachte sich wahrscheinlich auch, dass die Leute nur für Orlando da sind und er maximal den-nehm-ich-auch-mal-mit-Autogramme schreiben kann, drum kam er auch nicht. Immerhin hatten wir aber schönere Fotos gemacht, denn jetzt war’s hell.

Und noch ein neuer Plan

Wir hatten uns aber so auf dieses Orlando-Selfie eingeschossen, dass wir es nochmal versuchen wollten. Am nächsten Tag schafften wir es wegen Potter und dem anderen Theater nicht, also am Samstag. Tag der Abreise. Nach der Nachmittagsvorstellung gingen wir hin und hofften, dass er schnell rauskommt, da wir dann mehr oder weniger direkt los mussten zum Flughafen. Tatsächlich war er aber nach 5 Minuten schon draußen. Diesmal hatte er wohl mehr Zeit. Bevor er zu der Stelle kam, an der wir standen, hatte er zumindest 2-3 Selfies gemacht. Ich weiß nicht, warum die Zeit des gegenseitigen Fotomachens vorbei ist, die sind doch immer viel schöner geworden. Aber dafür hatte er dann wiederum doch keine Zeit.

Selfie-Time – oder sowas

„Can I have a selfie?“ er hört nur halb zu, aber immerhin guckt er irgendwohin, was in etwa die Richtung meines Fotoapparates ist. Schön ist es überhaupt nicht. Er ist nichtmal annähernd einen Schritt näher zur Absperrung gekommen, drum ist mein Kopf riesig im Gegensatz zu seinem. Da hab ich doch im Internet schon viel schönere gesehen. Alex hingegen hat gar kein Selfie bzw zu ein halbes. Drum versuche ich ein Foto von ihr mit Orlando im Hintergrund zu machen. Ein paar andere aufgestylte Mädels bekommen richtige Selfies, eine mogelt sich sogar hinter die Absperrung um zu Orlando hinzugehen, der nicht auf ihre Selfie-Rufe reagiert. Den Security-Mann interessiert das nicht. Sie bekommt ihr Foto, richtiges Selfie, richtiges nebeneinander stehen.

Besser als nix. Verbesserungspotential ist da. Und diese „Pose“ macht ein Doppelkinn 😀

Wie es mit einem Orlando-Selfie klappt. Vielleicht. 

Unser Selfie-Tipp für hier ist also: nicht ohne Make-up hingehen (fall ich schonmal raus, weil ich nie Make-up nutze), je gestylter, je auffälliger, umso besser. Und: frech sein, hinters Gitter drängeln. Dann klappts.
Wobei aber das eine Foto im Internet all das nicht hat. Ein Foto zu dritt, von jemand anderem gemacht, niemand ist besonders aufgestylt, niemand ist hinterm Gitter außer Orlando, der aber direkt nebendran steht und nicht nur halb im Hintergrund. Vielleicht hat er jetzt, wo es langsam zu Ende geht, keinen Bock mehr auf so viele Fans und pickt sich deshalb die besonders schönen raus. Wer weiß.

Mutti ist da

Irgendwann sagte Orlando, dass seine Mutter hier sei und ruft sie zu sich. Eine ältere Dame, perfekt aufeinander abgestimmte Klamotten/Tasche/Schuhe/Hut/alles, kommt zu ihm. Sie wirkt nett und hatte sich das Treiben von hinten – ein wenig belustigt – angesehen. Ich glaub, die ist auch recht stolz auf ihren Sohn.

Äh ja, schöne Achseln, Orlando… Und Mama Bloom in Blau. Dahinter der Securitymann, der übrigens immer sehr freundlich waren.

Als Orlando weg ist, gehen auch wir. Zurück zum Hotel, um unsere Koffer einzusammeln. Wir sind doch ein wenig enttäuscht von unserer Ausbeute, aber wohl auch nur deshalb, weil wir uns viel mehr erhofft hatten. Man soll halt nicht so hohe Erwartungen haben 😉 Und wir müssen auf jeden Fall Selfies-machen lernen. Da haben wir auch auf ganzer Linie versagt 😀

Auf Wiedersehen

Tickets

Das Theaterstück läuft übrigens nur noch weniger als eine Woche, bis zum 18. August 2018. Wer noch hingehen mag – ich kann es nur empfehlen, hat sehr viel Spaß gemacht. Vorne sitzen empfehle ich auch. Unsere Tickets haben wir hier gekauft: ATG-Tickets – Killer Joe, die kosten ab 15£, was knapp 17€ sind.

4 Replies to “Anreise nach London – Orlando Bloom im Theater (Killer Joe)”

  1. Waaah – wieso lese ich denn erst jetzt davon?? Spielt Mr Bloom öfters mal am Theater oder war das eine einmalige Sache? (Das wäre ja das perfekte Jugendweihe-Geschenk für meine Tochter gewesen…)

    Liebe Grüße von Jenny, die mit einem Lookalike von Orlando verheiratet ist 😉
    (echt, bestätigen alle!)

    1. Leider weiß ich nicht, wie oft der Herr Bloom Theater spielt. Ich war ja auch zum ersten Mal dort 😀 Aber ich könnte mir vorstellen, dass er das bestimmt irgendwann nochmal macht. Aber wahrscheinlich eher in 2-3 Jahren. Dann kann’s ja immer noch ein Geburtstagsgeschenk oder so werden 😀 Fotos von deinem persönlichen Orlando hab ich gerade auf deinem Blog gesucht und gefunden – auf einigen sieht er ja tatsächlich so aus 😀
      Liebe Grüße und Danke für deinen Kommentar 🙂

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